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Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen 2026: Die drei besten Tarife für Arbeitnehmer

Nach sechs Wochen endet die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers. Das gesetzliche Krankengeld der GKV ersetzt nur rund 70 Prozent des Bruttoeinkommens, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenze. Wer Vorerkrankungen hat und bei klassischen Tarifen abgelehnt wurde, steht vor einem Problem. Krankentagegeldversicherungen ohne Gesundheitsfragen schließen diese Lücke, ohne dass eine Gesundheitsprüfung durchlaufen werden muss. Dieser Artikel zeigt Ihnen, welche drei Anbieter aktuell solche Tarife für Arbeitnehmer anbieten, was sie leisten und wo ihre Grenzen liegen.

Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen ist ausschließlich für Arbeitnehmer mit GKV-Versicherung verfügbar. Aktuell bieten AXA, Münchener Verein und Hanse Merkur solche Tarife an. Sie ermöglichen einen schnellen Abschluss ohne Offenlegung von Vorerkrankungen, haben aber Leistungsausschlüsse für bekannte Erkrankungen in den ersten 24 Monaten.

Was bedeutet Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen?

Bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen entfällt die Offenlegung von Vorerkrankungen beim Antrag. Der Abschluss ist schnell und unkompliziert. Im Gegenzug greifen strenge Vorerkrankungsklauseln: Erkrankungen, die vor Vertragsabschluss bekannt waren, sind in den ersten 24 Monaten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Klassische Krankentagegeldtarife verlangen beim Antrag eine vollständige Gesundheitsprüfung. Wer Vorerkrankungen hat, riskiert Risikozuschläge, Leistungsausschlüsse oder eine Ablehnung. Tarife ohne Gesundheitsfragen umgehen diesen Schritt vollständig. Der Versicherer verzichtet auf individuelle Risikoprüfung und kalkuliert das erhöhte Risiko pauschal in den Beitrag ein.

Das hat konkrete Konsequenzen für Sie als Versicherungsnehmer:

  • Der Abschluss ist innerhalb weniger Tage möglich.
  • Eine Ablehnung aufgrund von Vorerkrankungen entfällt.
  • Die Beiträge sind in der Regel höher als bei vergleichbaren Tarifen mit Gesundheitsprüfung.
  • Die Vorerkrankungsklausel schützt den Versicherer: Wer in den ersten 24 Monaten wegen einer bekannten Erkrankung arbeitsunfähig wird, erhält keine Leistung.

Für wen sind Tarife ohne Gesundheitsfragen geeignet?

Diese Tarife sind die richtige Wahl, wenn Sie von klassischen Versicherern bereits abgelehnt wurden oder wenn Risikozuschläge so hoch sind, dass sie wirtschaftlich nicht vertretbar sind. Für gesunde Arbeitnehmer ohne Vorerkrankungen sind klassische Tarife mit Gesundheitsprüfung fast immer die günstigere und leistungsstärkere Option.

Tarife ohne Gesundheitsfragen sind kein Einstiegsprodukt, sondern ein Sicherheitsnetz für einen klar definierten Personenkreis:

  • Arbeitnehmer mit Vorerkrankungen, die bei einem oder mehreren Versicherern abgelehnt wurden.
  • Arbeitnehmer in risikoreichen Berufen, die mit hohen Zuschlägen oder Ausschlüssen konfrontiert werden.
  • Arbeitnehmer, die schnell Versicherungsschutz benötigen und keine Zeit für eine aufwendige Gesundheitsprüfung haben.
Wichtiger Hinweis: Für Selbstständige und Freiberufler gibt es keine Krankentagegeldtarife ohne Gesundheitsfragen. Diese Tarife sind ausschließlich für Arbeitnehmer mit Anspruch auf sechswöchige Lohnfortzahlung und GKV-Mitgliedschaft konzipiert.

Die drei Anbieter im Vergleich: AXA, Münchener Verein und Hanse Merkur

Aktuell bieten drei Versicherer Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen für Arbeitnehmer an: AXA mit dem Tarif KG easy (max. 30 € täglich), Münchener Verein mit dem Tarif 380 (max. 20 € täglich) und Hanse Merkur mit dem Tarif KTS (max. 20 € täglich). Alle drei setzen eine GKV-Mitgliedschaft und ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis voraus.

AXA – Tarif KG easy

Maximaler Tagessatz 30 € täglich
Tagessatz-Abstufung 5-Euro-Schritte
Karenztage 43 Tage (Leistung ab dem 44. Tag)
Leistungsdauer Maximal 78 Wochen
Höchsteintrittsalter 60 Jahre
Mindesteintrittsalter 17 Jahre

Vorteile: Beitragsbefreiung bei Arbeitslosigkeit und beim Bezug von Elterngeld, Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung, weltweiter Versicherungsschutz, jährliche Dynamikoption von 5 Prozent.

Einschränkung: Für Erkrankungen, die in den letzten 24 Monaten vor Versicherungsbeginn behandelt wurden, besteht in den ersten 24 Monaten nach Vertragsbeginn kein Leistungsanspruch. Nach 24 Monaten besteht die Option, in einen günstigeren Tarif mit Gesundheitsprüfung zu wechseln.

Münchener Verein – Tarif 380

Maximaler Tagessatz 20 € täglich (ohne Gesundheitsprüfung)
Tagessatz-Abstufung 1-Euro-Schritte
Karenztage 42 Tage (Leistung ab dem 43. Tag)
Leistungsdauer Maximal 78 Wochen
Höchsteintrittsalter 60 Jahre
Mindesteintrittsalter 17 Jahre

Vorteile: Feinste Tagessatz-Abstufung in 1-Euro-Schritten, weltweiter Versicherungsschutz, vergleichsweise günstige Beiträge. Ab einem Tagessatz über 20 € ist eine Gesundheitsprüfung möglich, was eine spätere Aufstockung erlaubt.

Einschränkung: Kein Leistungsanspruch für Erkrankungen, wegen derer die versicherte Person in den letzten 12 Monaten vor Versicherungsbeginn behandelt wurde oder in den letzten 3 Jahren insgesamt mehr als 21 Tage arbeitsunfähig war, sofern der Versicherungsfall innerhalb der ersten 24 Monate eintritt.

Hanse Merkur – Tarif KTS

Maximaler Tagessatz 20 € täglich
Tagessatz-Abstufung 5-Euro-Schritte
Karenztage 42 Tage (Leistung ab dem 43. Tag)
Leistungsdauer Maximal 78 Wochen
Höchsteintrittsalter 50 Jahre
Mindesteintrittsalter Nicht angegeben

Vorteile: Berufskrankheiten und Berufsunfälle sind im Versicherungsschutz eingeschlossen, was nicht selbstverständlich ist. Flexible Tagessatzwahl bis 20 €.

Einschränkung: Das Höchsteintrittsalter von 50 Jahren ist der niedrigste Wert im Vergleich. Erkrankungen, wegen derer in den letzten 12 Monaten vor Versicherungsbeginn eine Behandlung stattfand, sind für die ersten 24 Monate ausgeschlossen. Langfristig sind überdurchschnittliche Beitragssteigerungen zu erwarten, da in diese Tarife strukturell mehr Personen mit Vorerkrankungen eintreten.

Kurzübersicht: Die drei Tarife auf einen Blick

AXA KG easy Münchener Verein 380 Hanse Merkur KTS
Max. Tagessatz 30 € 20 € 20 €
Karenztage 43 Tage 42 Tage 42 Tage
Höchsteintrittsalter 60 Jahre 60 Jahre 50 Jahre
Vorerkrankungsausschluss 24 Monate 24 Monate 24 Monate
Berufsunfälle eingeschlossen Ja Ja Ja

Der richtige Weg zur Tarifwahl: Klassische Tarife haben Vorrang

Tarife ohne Gesundheitsfragen sind kein Einstiegsprodukt, sondern die letzte Option. Wer noch keinen Ablehnungsbescheid hat, sollte zuerst klassische Tarife mit Gesundheitsprüfung prüfen. Selbst ein Risikozuschlag für Vorerkrankungen ist häufig günstiger als ein Tarif ohne Gesundheitsfragen, weil der Zuschlag später überprüft und gestrichen werden kann.

Die Reihenfolge bei der Tarifwahl sollte immer dieselbe sein:

  1. Klassische Tarife mit Gesundheitsprüfung prüfen. Holen Sie Angebote bei mehreren Versicherern ein. Die Risikobewertung variiert von Anbieter zu Anbieter erheblich. Was bei einem Versicherer zu einer Ablehnung führt, kann bei einem anderen problemlos versicherbar sein.
  2. Risikozuschläge ernsthaft in Betracht ziehen. Ein Zuschlag bedeutet nicht, dass Sie dauerhaft mehr zahlen. Er kann nach einer definierten Laufzeit überprüft und bei verbesserter Gesundheitslage reduziert oder gestrichen werden.
  3. Tarife ohne Gesundheitsfragen nur als letzte Option. Erst wenn Sie von mehreren Versicherern abgelehnt wurden oder die angebotenen Konditionen wirtschaftlich nicht vertretbar sind, kommen die drei oben genannten Tarife in Frage.
Beitragsentwicklung beachten: In Tarife ohne Gesundheitsfragen treten strukturell mehr Personen mit Vorerkrankungen ein. Das führt langfristig zu überdurchschnittlichen Beitragssteigerungen. Kalkulieren Sie diesen Effekt in Ihre langfristige Finanzplanung ein.

Was Sie beim Abschluss unbedingt beachten müssen

Auch ohne Gesundheitsfragen bestehen vertragliche Pflichten. Die Vorerkrankungsklausel greift unabhängig davon, ob Sie gefragt wurden oder nicht. Wer in den ersten 24 Monaten wegen einer bekannten Erkrankung arbeitsunfähig wird, erhält keine Leistung. Zusätzlich gilt: Der Versicherer kann den Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen ordentlich kündigen.

Drei Punkte sind beim Abschluss entscheidend:

1. Die Vorerkrankungsklausel wirkt auch ohne Fragen. Die fehlende Gesundheitsprüfung bedeutet nicht, dass Vorerkrankungen irrelevant sind. Sie sind im Leistungsfall sehr relevant. Wer in den ersten 24 Monaten arbeitsunfähig wird und die Ursache steht in Zusammenhang mit einer bekannten Erkrankung, geht leer aus.

2. Das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers. Krankentagegeldversicherungen können vom Versicherer zum Ende des Versicherungsjahres ordentlich gekündigt werden, wenn Sie im Leistungsfall waren. Das gilt auch für Tarife ohne Gesundheitsfragen. Was das konkret bedeutet und wie Sie sich dagegen schützen, erfahren Sie hier: Ordentliches Kündigungsrecht bei der Krankentagegeldversicherung.

3. Den 24-Monats-Zeitpunkt vormerken. Nach 24 Monaten entfällt bei allen drei Tarifen der Vorerkrankungsausschluss. AXA bietet zusätzlich die Option, nach 24 Monaten in einen günstigeren Tarif mit Gesundheitsprüfung zu wechseln. Nutzen Sie diesen Zeitpunkt aktiv, um Ihre Konditionen zu überprüfen.

Häufige Fragen zum Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen

Die häufigsten Fragen betreffen die Vorerkrankungsklausel, die maximalen Tagessätze und die Frage, ob Selbstständige diese Tarife abschließen können. Die kurzen Antworten: Die Klausel greift in den ersten 24 Monaten, der höchste Tagessatz liegt bei 30 € täglich (AXA), und Selbstständige sind von diesen Tarifen ausgeschlossen.

Kann ich als Arbeitnehmer wirklich Krankentagegeld ohne Gesundheitsfragen abschließen?

Ja. AXA, Münchener Verein und Hanse Merkur bieten solche Tarife für GKV-versicherte Arbeitnehmer mit ungekündigtem Arbeitsverhältnis und sechswöchiger Lohnfortzahlung an. Es gilt jedoch eine Vorerkrankungsklausel: Bekannte Erkrankungen sind in den ersten 24 Monaten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Wie hoch ist der maximale Tagessatz ohne Gesundheitsfragen?

AXA bietet den höchsten Tagessatz mit 30 € täglich. Münchener Verein und Hanse Merkur versichern ohne Gesundheitsfragen jeweils bis zu 20 € täglich. Beim Münchener Verein ist ab einem Tagessatz über 20 € eine Gesundheitsprüfung möglich, was eine spätere Aufstockung erlaubt.

Was bedeutet die Vorerkrankungsklausel konkret?

Werden Sie in den ersten 24 Monaten nach Versicherungsbeginn wegen einer Erkrankung arbeitsunfähig, die vor Vertragsabschluss bekannt war oder behandelt wurde, erhalten Sie keine Leistung. Nach Ablauf von 24 Monaten entfällt dieser Ausschluss bei allen drei Anbietern vollständig.

Sind Tarife ohne Gesundheitsfragen teurer als klassische Tarife?

In der Regel ja. Der Versicherer kalkuliert das erhöhte Risiko pauschal in den Beitrag ein. Selbst ein klassischer Tarif mit Risikozuschlag für Vorerkrankungen kann langfristig günstiger sein, weil der Zuschlag später überprüft und gestrichen werden kann. Tarife ohne Gesundheitsfragen tendieren zudem zu überdurchschnittlichen Beitragssteigerungen im Zeitverlauf.

Kann ich als Selbstständiger oder Freiberufler einen solchen Tarif abschließen?

Nein. Diese Tarife sind ausschließlich für Arbeitnehmer konzipiert, die in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind und Anspruch auf sechswöchige Lohnfortzahlung haben. Selbstständige und Freiberufler benötigen spezielle Krankentagegeldtarife mit Gesundheitsprüfung.

Ab wann gilt der Versicherungsschutz?

Nach Vertragsabschluss gilt eine Wartezeit von drei Monaten. Bei Unfällen entfällt die Wartezeit. Die Leistung beginnt nach Ablauf der Karenztage: bei AXA ab dem 44. Tag der Arbeitsunfähigkeit, bei Münchener Verein und Hanse Merkur ab dem 43. Tag.

Kann ich nach 24 Monaten in einen günstigeren Tarif wechseln?

Bei AXA besteht nach 24 Monaten die Option, in einen Tarif mit Gesundheitsprüfung zu wechseln. Wenn Sie in dieser Zeit keine Leistungen beansprucht haben, kann das zu deutlich günstigeren Beiträgen führen. Beim Münchener Verein ist eine Aufstockung über 20 € täglich mit Gesundheitsprüfung möglich. Nutzen Sie diesen Zeitpunkt aktiv.

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Über den Autor

Bodo Kopka ist Gründer von Krankengelder.com und gilt als führender Experte für Krankentagegeld in Deutschland. Seit über 30 Jahren berät er Selbstständige, Freiberufler und GmbH-Geschäftsführer zur finanziellen Absicherung bei Krankheit und Arbeitsunfähigkeit.

Sein Ziel: Einkommensausfälle vermeiden, Genesung ermöglichen, die wirtschaftliche Existenz schützen. Dazu entwickelt er individuelle Lösungen mit steuerlichen Vorteilen.

Auf diesem Blog finden Sie über 500 Fachartikel rund um Krankentagegeld, Berufsunfähigkeit und intelligente Vorsorgestrategien.

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