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BUV, EUV und GFV 2026: Welcher Einkommensschutz passt zu Selbstständigen und Handwerkern?
Berufsunfähigkeitsversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung und Grundfähigkeitsversicherung schützen alle das Einkommen, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Für Selbstständige und körperlich tätige Handwerker ist die Wahl des richtigen Produkts existenziell. Dieser Leitfaden zeigt, welches Produkt für welches Risikoprofil die richtige Wahl ist.
Warum die Produktwahl für Selbstständige und Handwerker besonders wichtig ist
Selbstständige und Handwerker haben kein soziales Netz wie Arbeitnehmer. Wer seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann, verliert nicht nur das Einkommen, sondern oft die gesamte wirtschaftliche Existenz. Die staatliche Erwerbsminderungsrente kompensiert im Schnitt nur 30 bis 40 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Private Absicherung ist deshalb keine Option, sondern Pflicht.
Die Absicherung der Arbeitskraft ist für Selbstständige die wichtigste finanzielle Entscheidung überhaupt. Anders als Arbeitnehmer erhalten Selbstständige im Fall der Berufsunfähigkeit keine betriebliche Absicherung und keine Lohnfortzahlung. Der Einkommensausfall tritt sofort und vollständig ein.
Erschwerend kommt hinzu: Die staatliche Erwerbsminderungsrente greift erst, wenn jemand keinerlei Beruf am allgemeinen Arbeitsmarkt mehr als sechs Stunden täglich ausüben kann. Wer als Handwerker seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, aber theoretisch noch Büroarbeit leisten könnte, erhält keine staatliche Leistung. Diese Lücke schließt ausschließlich die private Absicherung.
Auf dem Markt stehen drei Produkte zur Verfügung, die sich in ihrer Leistungsdefinition, ihrer Zielgruppe und ihrem Preis erheblich unterscheiden: die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV), die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EUV) und die Grundfähigkeitsversicherung (GFV).
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV): Umfassendster Schutz, höchster Preis
Die BUV leistet, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können, und zwar so, wie er Ihrer beruflichen und sozialen Wertschätzung entspricht. Der Versicherer kann Sie nicht auf einen anderen Beruf verweisen. Das macht die BUV zur umfassendsten, aber auch teuersten Lösung.
Die BUV schützt nicht nur das Einkommen, sondern auch den beruflichen Status und die erworbene Qualifikation. Ein Zahntechniker, der aufgrund eines Tremors seine feinmotorischen Tätigkeiten nicht mehr ausüben kann, ist berufsunfähig, auch wenn er theoretisch noch andere Tätigkeiten ausführen könnte. Genau das ist der entscheidende Unterschied zur EUV.
Leistungsvoraussetzungen der BUV
- Berufsunfähigkeit zu mindestens 50 Prozent
- Voraussichtliche Dauer von mindestens sechs Monaten
- Bezogen auf den zuletzt ausgeübten Beruf in gesunden Tagen
- Keine abstrakte Verweisung in hochwertigen Tarifen
Stärken und Schwächen der BUV für Handwerker
Die BUV ist für Handwerker und körperlich tätige Selbstständige die inhaltlich stärkste Lösung. Der Preis ist jedoch erheblich: Das berufsbedingte Risiko eines Dachdeckers oder Installateurs ist deutlich höher als das eines Akademikers. Die Beiträge sind entsprechend hoch.
Handwerkern empfiehlt sich eine ausgabenorientierte Beratung: Eine BUV mit kürzerer Laufzeit, die nur bis zum 60. Lebensjahr leistet, ist ökonomisch sinnvoller als eine unzureichend hohe Rente bis zum 67. Lebensjahr. Eine zu geringe Rente führt im Leistungsfall immer zu finanziellen Problemen, unabhängig von der Laufzeit.
Fazit BUV: Erste Wahl für Selbstständige mit anspruchsvollem Berufsbild und ausreichendem Budget. Für körperlich tätige Handwerker mit begrenztem Budget ist sie oft nicht finanzierbar. Hier kommen EUV und GFV ins Spiel.
Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EUV): Günstigerer Basisschutz mit höherer Leistungshürde
Die EUV leistet nicht beim Verlust eines bestimmten Berufs, sondern erst wenn jemand keinerlei Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt mehr als sechs Stunden täglich ausüben kann. Die Leistungshürde ist damit deutlich höher als bei der BUV. Der Vorteil: Die Beiträge sind erheblich günstiger. Für Handwerker, die sich die BUV nicht leisten können, ist die EUV besser als gar kein Schutz.
Die EUV lehnt sich an die gesetzliche Erwerbsminderungsrente an, bietet aber eine höhere Absicherungshöhe. Der entscheidende Nachteil: Der Versicherer prüft nicht, ob Sie Ihren erlernten Beruf noch ausüben können, sondern ob Sie überhaupt noch irgendeine Tätigkeit ausüben können. Ein Maurer, der aufgrund eines Rückenleidens keine schweren Lasten mehr tragen kann, aber noch leichte Bürotätigkeiten ausüben könnte, erhält aus der EUV keine Leistung.
Für wen ist die EUV sinnvoll?
- Selbstständige mit begrenztem Budget, für die die BUV nicht finanzierbar ist
- Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen in der BUV abgelehnt wurden
- Als Ergänzung zu einer bestehenden BUV für die Zeit nach deren Ablaufdatum
Fazit EUV: Sinnvoller Basisschutz als Alternative zur BUV, aber kein vollwertiger Ersatz. Für Akademiker und Spezialisten ist sie nur ein Notbehelf, da der berufliche Status nicht geschützt wird.