Krankengeld und Krankentagegeld für Mitarbeiter:


ArbeitsunfähigkeitsbescheinigungUmlageverfahren U1 und U2 aufnehmen

Arbeitgeber mit weniger als 30 Beschäftigten müssen in der Regel am Umlageverfahren U1 und U2 teilnehmen. Sie zahlen monatlich einen Fixbetrag an die Krankenkasse, damit die einspringt, wenn der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leisten muss. Siegfried Vogel, Inhaber eines Elekroinstallations-Unternehmens ärgert sich schwarz über eine Krankenkasse, die seine Mitarbeiter einerseits mit Bonusprogrammen lockt und andererseits hohe Umlagebeitragssätze von ihm verlangt.

In letzter Zeit werden die zehn Monteure, die Siegfried Vogel in seinem Elektroinstallations-Unternehmen in Ennepetal beschäftigt, von unterschiedlichen Krankenkassen umworben. Insbesondere die Außendienstler einer westfälischen Kasse würden seinen Mitarbeitern interessante Angebote in Form von Bonusprogrammen machen. Gehen die Mitarbeiter beispielsweise ein Jahr lang nicht zum Arzt, dann werden ihnen Beiträge erstattet.

2.000 Euro mehr für gleiche Leistungen


„Gerade diese Kasse hat im Vergleich zu der bisherigen Krankenkasse deutlich höhere Umlagebeitragssätze, in diesem Fall plus 0,7 Prozent in der U1“, sagt der Unternehmer aus Ennepetal. Als Betrieb mit unter 30 Beschäftigten ist die Entgeltfortzahlungsversicherung für ihn eine Pflichtversicherung. Und die Beiträge zu U1 (Entgeltfortzahlung) und U2 (Mutterschaft) zahlt alleine der Arbeitgeber. „Im vorliegenden Fall bedeutet das, dass wir für den Mitarbeiter zirka 200 Euro pro Jahr mehr U1-Beitrag zahlen müssten. Bei zehn Mitarbeitern sind das schon 2.000 Euro für gleiche Leistungen.“

Finanziert die Kasse über ihre höheren Umlagebeitragssatz die Bonusprogramme?


Handwerk
 Foto: Bilderbox

Für Vogel liegt die Vermutung nahe, dass die Kasse ihre Bonusprogramme auch durch höhere Umlagesätze finanziert. „Und damit allein durch kleinere Arbeitgeber.“ Besonders übel finde er, dass der Versicherte bei Krankheit keine Beitragsrückerstattung bekommt und sein Chef zusätzlich hohe Umlagesätze zahlt. Der Unternehmer fragt sich deshalb, ob ab 2009 nicht nur der Krankenkassenbeitragssatz einheitlich ist, sondern auch die Umlagesätze. Und warum ein Arbeitgeber nicht die Umlagen an eine Kasse seiner Wahl abführen kann, schließlich zahle er ja auch allein. Eine mögliche Erhöhung der U1- und U2-Sätze sei ihm bereits telefonisch von einer Krankenkasse bestätigt worden. Und das trotz anhaltend niedrigem Krankenstand. Sein Ärger ist groß.

Umlagesätze werden von jeder Kasse selbst festgelegt


Das Bundesgesundheitsministerium schreibt auf Anfrage des Deutschen Handwerksblatts, dass die Umlagesätze weiterhin von den Krankenkassen individuell festgelegt werden. „Das ist zwangsläufig so, da es hier keinen Ausgleich zwischen den Kassen gibt, jede einzelne also mit der Umlage ihre Erstattungsausgaben finanzieren muss. Eine Querfinanzierung von Bonusprogrammen aus Mitteln der Umlage ist gesetzlich ausgeschlossen.“ Bei konkreten Anhaltspunkten müsse gegebenenfalls die Aufsicht eingeschaltet werden.

Erstattung und Umlageverfahren würden deshalb von der Kasse durchgeführt, bei der der Arbeitnehmer Mitglied ist, damit gewährleistet sei, dass die Umlagebeträge zusammen mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag gezahlt werden können und nicht ein gesondertes Zahlverfahren eingerichtet werden muss. Siegfried Vogel  sagt, er habe seinen Mitarbeiter die Situation erklärt. Sie wollen erst einmal nicht wechseln.

 


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen