Krank und arbeitsunfähig, und nun? Wie sie sich als Arbeitnehmer verhalten sollten. 

Gelber Schein

 

Wenn Du Arbeitnehmer bist, dann erhälst Du in der Regel bis zum 42. Tag Deiner Krankheit Dein normales Gehalt. Eine Absicherung brauchst Du für diesen Zeitraum nicht. Du erhälst Arbeitnehmer (Arbeiter und Angestellte) bei Krankheit von Deinem Arbeitgeber in der Regel 6 Wochen Lohn- und Gehaltsfortzahlung. Du solltest deshalb Dein Einkommen ab der 7. Woche bzw. dem 43. Tag über ein zusätzliches Krankentagegeld in gewünschter Höhe (max. Nettoeinkommen zzgl. Sozialabgaben) absichern.

In Einzelfällen sieht der Tarif- oder Arbeitsvertrag für Arbeitnehmer eine längere Lohnfortzahlung vor. Auch dann sollte im Anschluß daran die Zahlung des Tagegeldes durch die private Krankenversicherung beginnen.

 

 

 

AOK empfiehlt zusätzliches Krankentagegeld

Die zusätzliche Absicherung von Krankentagegeld ist auch für alle Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung empfehlenswert. Gesetzlich Versicherte erhalten von ihrer Krankenkasse ein Krankengeld in Höhe von 70 % des Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze, jedoch maximal 90 % ihres Nettoeinkommens.

Das bedeutet, daß insbesondere für freiwillige Mitglieder, deren Einkommen deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, bei Krankheit eine große finanzielle Lücke entsteht. Hier empfiehlt sich die Absicherung von zusätzlichem Krankentagegeld über die private Krankenversicherung in Höhe der Versorgungslücke.

 

 

Krank! Und nun?

 

Wann musst Du Dich spätestens krankmelden?

Wird ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig, muss Du Deinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich, also am ersten Tag der Erkrankung zu Arbeitsbeginn bzw. in den ersten Arbeitsstunden, mitteilen. Verletzt Du trotz vorheriger Abmahnung wiederholt Deine Anzeigepflicht, kann dies eine ordentliche Kündigung rechtfertigen.

 

 

Ab wann muss Du ein ärztliches Attest vorlegen?

Dauert Deine Arbeitsunfähigkeit länger als 3 Kalendertage, musst Du ein Attest über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens am vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit vorlegen. Allerdings kann der Arbeitgeber ein Attest zu einem früheren Zeitpunkt verlangen. Du musst eine neue Bescheinigung vorlegen, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger andauert, als im Attest zunächst vorgesehen. Legst Du kein Attest vor, kann der Arbeitgeber die Lohnzahlung für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit zurückhalten, bis das Attest vorgelegt wird.

 

 

Welchen Aktivitäten darfst Du während Deiner Arbeitsunfähigkeit nachgehen? Bei welchen kann er Probleme bekommen?

Nicht jedes heilungswidrige Verhalten führt zu einem Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs. Der Arbeitnehmer ist allerdings gehalten, den ärztlichen Anweisungen Folge zu leisten, z.B. bei einem Rauchverbot. Selbst wenn ein solches Verhalten vorliegt, verliert der Arbeitnehmer aber seinen Entgeltfortzahlungsanspruch nur für den Zeitraum, um den die Arbeitsunfähigkeit durch das heilungswidrige Verhalten verlängert wurde.

 

Welche Möglichkeiten hat der Arbeitgeber, wenn er an Deiner Krankschreibung zweifelt?

Jeder Arbeitgeber kann, wenn Zweifel an Deiner Arbeitsunfähigkeit bestehen, verlangen, dass die Krankenkasse eine gutachtliche Stellungnahme des sog. Medizinischen Dienstes zur Überprüfung der Arbeitsunfähigkeit einholt. Durch ein Gutachten des Medizinischen Dienstes kann der Beweiswert des Attestes erschüttert werden.

Zweifel bestehen dann, wenn Versicherte auffällig häufig, auffällig häufig nur für kurze Dauer arbeitsunfähig sind oder der Beginn der Arbeitsunfähigkeit häufig auf einen Arbeitstag nach Beginn oder am Ende einer Woche fällt oder die Arbeitsunfähigkeit von einem Arzt festgestellt worden ist, der durch die Häufigkeit der von ihm ausgestellten Atteste aufgefallen ist. Die Praxis zeigt allerdings, dass diese Überprüfung nur in den seltensten Fällen tatsächlich zu einer Neubewertung der Diagnose des ersten Arztes führt, so dass die Wirkungen dieses Instrumentes eher psychologischer Art sind.

 

 

Muss der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung leisten?

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall können alle Arbeitnehmer beanspruchen - also auch Auszubildende, Teilzeitbeschäftigte und Minijobber -, die bereits seit 4 Wochen ununterbrochen beim Arbeitgeber beschäftigt sind. Die Krankheit muss alleinige Ursache für die Arbeitsunfähigkeit sein. Der Arzt stellt die Arbeitsunfähigkeit fest und bescheinigt sie in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Attest). Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht nur, wenn die Krankheit nicht vom Arbeitnehmer verschuldet ist. Ein solches Verschulden ist z.B. bei grob fahrlässiger Verletzung von Unfallverhütungsvorschriften, grob verkehrswidrigen Verhalten im Straßenverkehr anzunehmen, regelmäßig nicht dagegen bei Sport- und Freizeitunfällen.

 

 

Wie lange wird Dir Dein volles Gehalt ausgezahlt?

Du hast einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung in Höhe des Bruttolohns, den Du erhalten hätte, wenn Du nicht krank gewesen wäre. Wie bei der normalen Vergütung sind Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten. Der Anspruch besteht längstens 6 Wochen, danach bezahlt die Krankenkasse Krankengeld für längstens 78 Wochen.

Erkrankst Du innerhalb von 12 Monaten wiederholt an derselben Krankheit, so werden die Krankheitszeiten zusammengerechnet, bis die Anspruchszeit von 6 Wochen verbraucht ist (Fortsetzungserkrankung). Dies gilt jedoch nicht, wenn Du zwischen den einzelnen Erkrankungen mehr als 6 Monate arbeitsfähig war. Dann entsteht der Entgeltfortzahlungsanspruch neu.

 
Hier noch einige hifreiche Informationen...

 

 

 


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