Pensionsalter bei Pensionszusagen. Kurzfristiger Handlungsbedarf

 

Pensionszusage GmbH Geschäftsführer

 

Die steuerliche Pensionsrückstellung bei beherrschenden GGF ist nicht mehr auf ein Mindestpensionsalter abzustellen, sondern auf das vertraglich vereinbarte Pensionsalter. Bei bestimmten Pensionszusagen besteht deshalb kurzfristig Handlungsbedarf.

 

Die Finanzverwaltung stellte mit BMF-Schreiben vom 9.12.2016 folgendes klar:

Bei der Berechnung der steuerlichen Pensionsrückstellung ist hinsichtlich des Pensionsalters auf das in der Pensionszusage vorgesehene Pensionsalter abzustellen.

Maßgebend sind dabei die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Zusageerteilung. Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist auch bei beherrschenden GGF kein Mindestpensionsalter vorgeschrieben.

 

 

 

Dabei wird unterschieden nach Pensionszusagen die vor bzw. nach dem 09.12.2016 bestanden

 

  • Bei zum 9.12.2016 bereits bestehenden Zusagen ist eine vertragliche Altersgrenze von mindestens 65 Jahren nicht zu beanstanden. Das gilt ebenso, wenn diese Altersgrenze nachträglich spätestens bis zum Ende des Wirtschaftsjahres vereinbart wird, das nach dem 9.12.2016 begonnen hat.

 

  • Bei nach dem 9.12.2016 erteilten Neuzusagen ist auf das 67. Lebensjahr abzustellen.

 

Geringere Altersgrenzen sind insoweit als vGA (verdeckte Gewinnausschüttung) zu werten. Verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA) sind dem Einkommen der GmbH außerbilanziell hinzuzurechnen, so dass die Pensionsaufwendungen nicht wie Betriebsausgaben steuermindernd wirken.

 

Bei einer vertraglichen Altersgrenze von weniger als 62 Jahren liegt keine ernsthafte Vereinbarung liegt vor. Die Zuführungen zur Pensionsrückstellung sind in voller Höhe vGA.

 

 

Praxishinweis: Fristablauf beachten!

  1. Bei zum 9.12.2016 bereits bestehenden Zusagen mit einem niedrigeren als das 65. Lebensjahr besteht in aller Regel Handlungsbedarf.
  2. Die Pensionszusage kann noch bis spätestens zum Ende des Wirtschaftsjahres angepasst werden.
  3. Das heißt, Erhöhung des Pensionsalters auf 65 per Nachtrag zur Pensionszusage. Das laufende Wirtschaftsjahr endet meistens zum 31.12.2017.
  4. Erfolgt bis zu diesem Termin keine Anpassung, sind die Zuführungen zur Pensionsrückstellung insoweit als vGA außerbilanziell zu korrigieren. 

 

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